Der Hegering Wedemark wurde im Jahr 1953 durch die damaligen Revierpächter gegründet.
Erster Hegeringleiter war Otto Schmidt aus Bennemühlen in der Zeit von 1953 bis 1957. Ihm folgte Friedrich Depke aus Elze für die Jahre 1957 bis 1970. Daran schloß sich die Amtszeit von Kurt Heine aus Bennemühlen in den Jahren 1970 bis 1992 an. Kurt Heine wurde sodann abgelöst von Cord Reimann aus Bissendorf, welcher seit 1993 als Hegeringleiter amtiert.
Nachdem Kurt Heine nach nahezu 23jähriger Amtszeit nicht wieder kandidierte, wurde Cord Reimann von der Jahreshauptversammlung des Hegeringes Wedemark zum neuen Hegeringleiter gewählt. Kurt Heine wurde seinerzeit anläßlich seiner vielfältigen Verdienste als Hegeringleiter mit der goldenen Verdienstplakette der Landesjägerschaft Niedersachsen ausgezeichnet und erklärte, daß sich während seiner Dienstzeit das Bild des Jägers grundlegend verändert habe und die Zeiten des „feuchtfröhlichen Jagens" längst vorbei seien. Damit hatte Kurt Heine auch zum Abschluß seiner Amtszeit einmal mehr die „Zeichen der Zeit erkannt.
Insgesamt ergeben die einzelnen Reviergrößen eine Hegeringsgröße von rund 15.810 ha. Davon entfallen auf die einzelnen Jagdreviere (Hektar-Angaben verstehen sich als Circa-Angaben):
Revier Abbensen 985 ha, Revier Bennemühlen 279 ha, Revier Bennemühlen (Eigenjagd) 122 ha, Revier Berkhof I 760 ha, Revier Berkhof II (Plumhof) 480 ha, Revier Berkhof III (Sprockhof) 540 ha, Revier Bestenbostel 130 ha, Revier Bissendorf 800 ha, Revier Brelingen 1380 ha, Revier Brelingen II 570 ha, Revier Brelingen III 600 ha, Revier Brelingen IV (Schadehop) 200 ha, Revier Duden-Rodenbostel 543 ha, Revier Elze 1550 ha, Revier Elze II 1.000 ha, Revier Gailhof 550 ha, Revier Hellendorf 662 ha, Revier Meitze 1594 ha, Revier Meitze II 656 ha, Revier Mellendorf 700 ha, Revier Negenborn 1.185 ha, Revier Oegenbostel I 464 ha, Revier Oegenbostel II 260 ha, Revier Papenburg (Eigenjagd) 178 ha, Revier Resse 432 ha, Revier Scherenbostel I 500 ha, Revier ScherenbostelIckhorst 300 ha, Revier Scherenbostel-Wiechendorf 720 ha und Revier Wennebostel 670 ha.
Neben Rot-, teilweise Dam- und natürlich Schwarzwild kommen mehr oder weniger sämtliche bejagbaren Niederwildarten in den vorgenannten Revieren vor. Daneben sind auch der große Brachvogel, Bekassine und Waschbär heimisch. Selbst der Uhu soll vereinzelt nisten.
In den 50er und 60er Jahren ist im übrigen noch in einigen Revieren Birkwild zur Strecke gekommen, beispielsweise im Revier Abbensen in den Jagdjahren 1956/57, 1960/61 sowie 1962/63 jeweils 1 Stück Birkwild, ferner im Jagdbezirk Negenborn in den Jagdjahren 1956/57 sowie 1960/61 jeweils 1 Stück Birkwild, im Revier Resse gar in den Jagdjahren 1955/56 2 Stück und im Jagdjahr 1956/57 3 Stück Birkwild. In den Folgejahren 1959/60 sowie 1960161 wurde hier jeweils nur noch 1 Stück Birkwild erlegt. Auch im Revier Scherenbostel-Wiechendorf kam in den 50er bis in die 60er Jahre noch Birkwild vor. In den Jagdjahren 1957/58 sowie 1958/59 wurden jeweils 1 Stück Birkwild erlegt, ferner im Jagdjahr 1960/61.
Das Verschwinden des Birkwildes aus den angesprochenen Revieren hat zahlreiche Ursachen, auf welche hier einzugehen, den Rahmen dieses Überblickes sprengen würde. Es bleibt jedoch zu hoffen, daß die vielfältigen Bemühungen, etwa auch der Wedemärker Jäger im Zusammenhang mit dem Projekt „Resser Moor Birkwild vielleicht in dem einen oder anderen Revier künftig wieder heimisch sein läßt. Im übrigen kamen beispielsweise im Jagdjahr 1995/96 (auszugsweise und incl. Fallwild) folgende Wildarten im Hegering Wedemark zur Strecke (Zahlen = Stückzahlen):
Männliches Rotwild = 4 Weibliches Rotwild = 1 Männliches Damwild = 3 Schwarzwild = 39 Männliches Rehwild = 342 Weibliches Rehwild = 437 Hasen = 149 Kaninchen = 138 Füchse = 370 Steinmarder = 20 Baummarder = 4 Iltisse = 2 Hermeline = 45 Mauswiesel = 279 Rebhühner = 16 Fasane = 6 Ringeltauben = 749 Stockenten = 432
Gerade die zuvor aufgezeigte Niederwildstrecke dürfte für die aktuelle Niederwildsituation in vielen unserer Reviere (auch jägerschaftsübergreifend) repräsentativ sein. Dies mag am Beispiel Hase daraus deutlich werden, daß etwa im Jagdjahr 1959/60 allein im Revier Abbensen 114 Hasen erlegt worden sind, im Revier Bennemühlen 24 Stück, im Revier Berkhof-Plumhof 41 Stück, im Revier Bissendort 90 Stück, im Revier Brelingen 1 29 Stück, Brelingen II 39 Stück und Brelingen III insgesamt 66 Stück. Im Revier Dudenbostel kamen im gleichen Jagdjahr 1959/60 58 Hasen zur Strecke, im Revier Elze 1 13 Stück, im Revier Elze II 58 Stück, im Revier Gailhof 34 Stück, Im Revier Hellendorf 43 Stück, im Revier Meitze 126 Stück (hier wurden im Folgejahr 1960/61 sodann 56 Stück geschossen), im Revier Meitze II 51 Stück, im Revier Berkhof 1 19 Stück, im Revier Mellendorf 74 Stück, im Revier Negenborn 85 Stück, im Revier Oegenbostel 59 Stück, im Revier Oegenbostel-Bestenbostel 13 Stück, im Revier Resse 22 Stück, im Revier Scherenbostel I 39 Stück, im Revier Scherenbostel II 25 Stück, im Revier Scherenbostel-Wiechendorf 43 Stück und im Revier Wennebostel 70 Stück.
Insgesamt kamen im Jagdjahr 1959/60 in den Revieren des Hegeringes Wedemark seinerzeit allein 1.150 Hasen zur Strecke. Im Jagdjahr 1994/94 wurden dagegen aus allen Revieren der Jägerschaft Burgdorf incl. Fallwild lediglich 987 Hasen gemeldet bzw. zur Strecke gelegt. Auch der Rückgang des Hasenbesatzes hat verschiedenste Ursachen und liegt primär nicht in der Bejagung. Im Gegenteil: Die Jäger bemühen sich, insbesondere auch dem Hasen in der vielfältig ausgeräumten und intensiv landwirtschaftlich genutzten Landschaft annehmbare Lebensräume zu erhalten bzw. neu zu schaffen. Das Augenmaß des Jägers sollte dazu führen, daß der Hase auch absehbar nicht auf der „Roten Liste“ gerät.
Schlußendlich wäre noch die Pflegschaft für das "Schwarze Moor" bei Resse hervorzuheben.
Hier hat erstmalig in unserer Region die Bezirksregierung Hannover der Jägerschaft in ihrer Eigenschaft als anerkannter Naturschutzverband die Pflegschaft für einen besonders erhaltenswerten Landschaftsteil übertragen. Die Betreuung wird mit großer Unterstützung der Landesjägerschaft Niedersachsen, dort insbesondere von Herrn Knocke als Fachmann für Naturschutz und natürlich von den betroffenen Revierinhabern sowie vom Hegering Wedemark durchgeführt. Bislang konnte nicht nur der Behörde, sondern auch der Öffentlichkeit durch die Jäger bewiesen werden, daß wir Jäger uns nicht nur verbal dem Naturschutz verpflichtet führen, sondern auch tatkräftig und mit entsprechendem Leistungswillen dazu beitragen. So ist beispielsweise ein Moorpflegeeinsatz vom 22.10.1996 hervorzuheben, im Rahmen dessen mit rund 80 freiwilligen Helfern Kiefern und Birken aus dem Schwarzen Moor entfernt worden sind. Die entfernten Bäume und Bäumchen mußten sämtlichst aus dem Moor herausgetragen bzw. -gezogen werden, weil die typischen Moorpflanzen Nährstoffe, die beim Verrotten von Holz frei werden, nicht vertragen können.
Es ließen sich hier eine Vielzahl vergleichbarer Aktionen aufzeigen, die sämtlichst belegen und auch in Zukunft belegen werden, daß die Jägerschaft ihren ihr im Rahmen des mit dem Land Niedersachsen geschlossenen Betreuungsvertrages übertragenen Aufgaben ordnungsgemäß nachkommt.
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