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oder „Hundesommer 2001”

Jedes Jahr im März, sowie die Sonne wärmer wird, geht es los. Ob ich beim Einkaufen bin, oder mit dem Hund im Wald. Von allen Seiten werde ich angesprochen. „Klaudia, sag mal, wann fängt der nächste Begleithundelehrgang der Jägerschaft an?“ – „Mein Nachbar hat einen jungen Hund, der kommt überhaupt nicht mit ihm zurecht. Sagst Du mir Bescheid wann es los geht?“ – „Gib mir doch bitte mal Deine Telefonnummer, damit ich Euch weiterempfehlen kann. Mir hat es im letzten Jahr so gut gefallen. „Am schönsten war, dass so viele Hunde in Frieden miteinander Spielen können. Auch Maya, ohne Maulkorb.“
Am 3. Mai ist Teambesprechung in der Schützenkate. Die Termine werden festgesetzt. Die Hundeführer stehen auch schon fest. In diesem Jahr sind es: Gaby Muhle, Sylvia Mehmel-Edeler, Arthur Hoppe, Christian Alraun, Horst Riechelmann, Heinrich Uhde, Herr Hamp, und Klaudia Bange. Heinrich Mehmel-Edeler unterstützt uns wie in jedem Jahr, mit seinen Grillkünsten.

In der HAZ und im Marktspiegel wird der Termin veröffentlicht. Am 10. Mai findet der Informationsabend statt. Herr Uhde versteht es, wie in jedem Jahr, die Teilnehmer, mit Witz und Charme über die Hundeerziehung zu informieren. Ich persönlich finde die Stelle, an der der Hund von der Mutter die Weinbrandbohnen bekommt und auf dem Sofa liegen darf, und bei Papa soll er gehorchen, am besten. Was er damit aussagen will, ist, dass alle Familienmitglieder konsequent sein müssen.

Nun werden Teilnehmerlisten ausgegeben. Die Bilanz des Abends, es sind 60 Hunde gemeldet. Erfahrungsgemäß kommen noch mindestens zehn dazu. Zumal die Jägerschaft in diesem Jahr zum ersten mal eine Begleithundeprüfung anbietet.

Wie in jedem Jahr sind die Gebrüder Engelke so nett, uns ihre Wiesen und Weiden zur Verfügung zu stellen. Christian Alraun ist der „Herr der Wiesen“ und „dirigiert“ die Teilnehmer von der alten Bundesstraße in Schillerslage auf die jeweils, für diesen Abend, richtige Wiese. Nun wird es ernst. Herr Uhde und Frau Mehmel-Edeler haben die Hunde dem Alter entsprechend in Gruppen eingeteilt. Frau Mehmel-Edeler unterrichtet die Welpen. Gaby Muhle die Hunde bis zu einem Jahr. Herr Riechelmann und ich, die ein bis zwei jährigen, Herr Hoppe übernimmt die „alten mit den Macken“ wie er selbst zu sagen pflegt. Er meint das aber nicht böse, sondern will damit aussagen, das diese älteren Hunde eigentlich schon alles können, das sich aber im Laufe der Jahre einige Macken eingeschlichen haben, die man mit Disziplin und Konsequenz wieder ausbügeln kann.

Die Teilnehmer werden gebeten bereits um 18:45 Uhr zu erscheinen, damit sich die Hunde noch 15 Minuten frei bewegen können. Punkt 19:00 Uhr geht es los. Wir legen großen Wert auf Pünktlichkeit, denn auch das ist Konsequenz. Jeder Ausbilder hat natürlich sein eigenes Rezept wie er die verschiedenen Teilnehmer anspricht und gegebenenfalls korrigiert. Auf dem Lehrplan für die folgenden Wochen stehen Leinenführigkeit, Sitz, Kehrtwendung, Ablegen, Ablegen mit Reitzangel, Ablegen dabei Ablenkung durch Pfeife und laute Geräusche und Radfahrer. Nach der Arbeit folgt das Vergnügen. Für die Hunde ist die Pause um 19:30 Uhr eine willkommene Auflockerung. Da spielt die Dogge mit dem Pudel, der Staffortier-Terrier mit dem Westi und der Schäferhund mit dem Jagdhund. Es macht allein schon Spaß diesem bunten Treiben zuzuschauen.

Nach 6 Wochen harter Arbeit werden auch die Herrchen und Frauchen belohnt. Sie alle werden mit ihren Hunden von der Jägerschaft Burgdorf zu einem Grillabend eingeladen. Die Hunde jagen über die Wiese, manchmal auch zum Leidwesen ihrer Besitzer in einen moorigen Graben, und die Teilnehmer können sich austauschen, Fragen stellen, oder einfach sich
die Würstchen schmecken lassen. Noch weitere sieben Wochen wird gebüffelt. Nach dem Grillabend stehen noch das Heranrufen der Hunde, frei bei Fuß gehen, Besuch in der Stadt und Verhalten im Walde auf dem Plan. Nach dem Grillabend folgt von Herrn Uhde die Frage an die Teilnehmer, wer die Begleithundeprüfung ablegen möchte. Die Antwort ist geradezu überwältigend. Zur Begleithundeprüfung werden 28 Hunde gemeldet.
Damit haben wir alle nicht gerechnet. O.k., nun wird neu aufgeteilt: die Prüfungskandidaten in drei Gruppen und die anderen in zwei Gruppen. Die Begleithundeprüfung ist kein Spaziergang, da heißt es hart arbeiten. Am 25. August ist die Prüfung angesetzt. Neun Verbandsrichter nehmen die Prüfung ab. Geprüft wird Gehorsam, Unterordnung auf dem Platz, Verhalten im Walde (wer sich in die Dickung schlägt, scheidet aus), Verhalten in der Stadt.

Der 25. August ist, glaube ich, der heißeste Tag in diesem Sommer. Hundeliegewetter. So ein Tag hat auch so seine Vorteile. Die Menschen stöhnen und schwitzen und die Hunde liegen wie die Bretter. Nach gut sechs Stunden gibt Herr Uhde bekannt: alle Teilnehmer haben bestanden. All die Mühe und der Fleiß haben sich also gelohnt. Während Herr Uhde die Urkunden vergibt – wie wir ihn kennen, immer mit einem netten Wort zu Jedermann – frisst der kleine Pudel, der gerade noch lobend erwähnt wurde, heimlich bei Muttern das Brötchen aus der Tasche.
Es war ein toller Hundesommer, wir haben hart gearbeitet, viel gelacht und auch Spaß gehabt. Die Hunde waren froh arbeiten zu dürfen und Herrchen und Frauchen haben neue Kontakte geknüpft und so manchen guten Rat mit nach Hause genommen.

Ob ihr es glaubt oder nicht, so wie die Sonne wärmer scheint heißt es wieder: „Sag mal Klaudia, kennst Du schon den neuen Termin für Begleithunde bei den Jägern?“

Klaudia Bange, Burgdorf
(Der Burgdorfer Jäger 2002)


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